2.06.09
Redesign: Schriftgrößeneinheit
Dieser Beitrag in der Reihe behandelt ausnahmsweise ein eher technisches Thema und zwar die Einheiten, in welcher die CSS-Schriftgrößen angegeben werden sollen.
Bekanntlich gibt es vier Screendesign-Einheiten für Schriftgrößen: Pixel (px), Elternelement-Schriftgröße (em), Prozentsatz der Elternelement-Schriftgröße (%) und Elternelement-x-Höhe (ex). Die x-Höhe hat bei der Wahl der Schriftgröße nicht viel zu sagen und em und % sind lediglich verschiedene Varianten der selben Idee: das Verhältnis zur Schriftgröße des Elternelements.
Man muss sich also entscheiden zwischen einer (eher) absoluten Einheit und einer rein relativen. Im Folgenden werden die Vor- und Nachteile der beiden Möglichkeiten näher beleuchtet. Beide Ansätze kann man sowohl pragmatisch als auch ideologisch betrachten.
Schriftgrößenangaben in der px-Form könnte man in Relation zur Bildschirmauflösung als absolut bezeichnen. Im Verhältnis zur realen Welt sind Pixel aber sehr wohl relativ, denn die Pixeldichte variiert von Ausgabemedium zu Ausgabemedium.
Der klare Vorteil bei der Pixel-Notation ist die Einfachheit. Man muss keine komplizierten Umrechnungen verbrechen und unter 20px kann sich jeder vor seinem inneren Auge schon vorstellen, wie das ungefähr aussehen wird. Moderne Browser haben mit dieser Notation auch keinerlei Probleme, denn der Textzoom vergrößert hier auch pixelnotierte Texte.
Ideologisch kann man argumentieren, dass sich Webdesigner mit dem Bildschirm auseinandersetzen und am Bildschirm immerhin Pixel regieren.
Ein Nachteil der Pixelmethode ist die fehlende Abhängigkeit zum Elternelement, welche im ersten Augenblick wegen der dadurch entstehenden, eben genannten Einfachheit ein Vorteil zu sein scheint. Beim zweiten Blick jedoch merkt man, dass Stylesheets, welche voll auf em- oder prozentual notierte Schriften setzen, gerade aufgrund dieser Abhängigkeit viel besser wart- und skalierbar sind.
Es wird in absehbarer Zukunft z.B. immer höhere Auflösungen bei gleich bleibender physikalischer Bildschirmbreite geben. Dadurch kann es vorkommen, dass heutige Schriftgrößen einmal viel zu klein ausfallen werden. Durch eine einfache Änderung der body-Schriftgröße kann das Problem in Sekundenschnelle behoben werden; der vollen Abhängigkeit sei Dank.
Ein ideologisches Argument für abhängige Schriftgrößen wäre dann noch, dass es sich bei em um eine extra für diesen Zweck geschaffene Einheit handelt.
Das Argument mit der Wartbarkeit fällt meiner Meinung nach am stärksten ins Gewicht, weshalb ich mich wohl für em und damit für den Mehraufwand der Umrechnerei entscheiden werde.
Kommentare [1]
Nico am 3.06.2009 um 13:02
Ich denke em ist auch die bessere und Zukunftssichere Wahl, wenn du auch möchtest kannst du das ganze Design dann ja auch Flexibel machen was zu Zeiten des iPhones natürlich auch immer mehr in die Mode kommt :-)
Kommentar verfassen
Flattr
Blogrolle
- Björn Seibert
Webdesign & Rest - Gerrit van Aaken
Webdesign & Rest - Jeffrey Zeldman
Semantisches Web - Mathias Schäfer
Webstandards & so - Nico Brünjes
ZEIT-Website-Mensch - Peter Kröner
Webdesign, Rants & Rest - Stefan Münz
Zur Zukunft und Gegenwart des Web
Podroll
- Boagworld
Paul Boag & Marcus Lillington - Chaosradio Express
Tim Pritlove und Gäste - Medienradio
Podcast über Medien (srsly!) - mobileMacs
Apple - Technikwürze
Webdesign & Rest - This Week in Google
Google and the Cloudiverse
Soziale Netzwerke
- Amazon-Wunschliste
Auf dass man mich reich beschenke - Formspring.me
Obwohl schon alles über mich gesagt ist. - Google Reader Shared Items
Was ich lese und gut finde - last.fm
Meine Musik - Twitter
Lyrik & Prosa - Xing
Geschäftliches
Twitroll
- @freshmango
Dennis Frank - @Herr_Gabriel
Gabriel Shahzad - @netzpolitik
Markus Beckedahl - @timpritlove
Tim Pritlove
PromoteJS